Anime Messe Berlin 2016 – Eindrücke und Highlights von Berlins neuester Convention

Dieses Jahr öffnete Deutschlands jüngste Convention für Anime- und Mangafans in Berlin ihre Tore. Dabei stand die Anime Messe Berlin vom 03. bis 05. Juni ganz im Zeichen von J-Music. Natürlich war kitamani.de auch mit dabei, um für euch viele Eindrücke von der neuen Messe zu sammeln.

Wie bei jeder bisher besuchten Messe hieß es mit dem Zug nach Süden zu fahren, dieses Mal in die Bundeshauptstadt Berlin. Dort fand im Atze Musiktheater und auf dem Gelände der Beuth Hochschule für Technik ein ganzes Wochenende lang die Anime Messe Berlin statt. Die neueste Convention Deutschlands ist ein Gemeinschaftsprojekt des Anime Kultur Verein und des bekannten Figurenherstellers Figuya, von denen Ersterer demnächst eine weitere Veranstaltung in Hamburg auf die Beine stellen wird. Mit seinen Webradio Animeradio.de konnte der Verein sich in den letzten beiden Jahren erfolgreich in der Szene etablieren und daher verwunderte es nicht, dass die Convention in Berlin ganz im Zeichen von J-Rock und J-Pop stand.

Los ging es bereits am Freitag Abend mit einem grandiosen Konzertabend, der restlos ausverkauft war. Der größte Anreiz dürfte für viele das erste deutsche Vocaloid-Konzert von AHS gewesen sein, bei dem die virtuellen Idole mit modernster Technik auf die Konzertbühne projiziert wurden. Als besonderen Ehrengast brachte AHS mit der Sängerin Chihiro Ishiguro die Gesangsstimme des Vocaloids Yuzuki Yukari gleich mit. Beide konnten den vollen Konzertsaal mit ihren Auftritten restlos begeistern, sodass die „Zugabe!-Rufe kaum aufhören wollten. Passend für den Abend, wurden bunte Knicklichter an die Besucher verteilt, sodass man sich wie auf einen richtigen japanischen Konzert fühlte.

Wer dagegen auf rockige Klänge stand, wurde mit dem anschließenden Konzert von Haruka bestens unterhalten. Die japanische Sängerin und Songwriterin gab einen bunten Mix aus ihren bisherigen Werken zum besten, mit dabei ihr bekanntes Opening „Mune ni Kibō o“ des Anime Blue Dragon. Entsprechend groß war der Beifall des Publikums, der auch die Sängerin sichtbar berührte.

Da es am nächsten Tag erst einmal hieß spontan eine neue Übernachtungsmöglichkeit in Berlin zu organisieren, ging der zweite Messetag für mich erst gegen Mittag los. Das Wetter meinte es am diesen Wochenende allerdings besonders gut und so tummelten sich zahlreiche Cosplayer auf der Wiese vor dem Atze Musiktheater. Mehrere ließen sich auch gerne von mir ablichten, die Bilder dazu findet ihr hier.

Ein Problem mit dem die Messe zu kämpfen hatte, war die räumliche Trennung zwischen dem Kino-/Workshopbereich und der zentralen Konzerthalle. Den Veranstaltern muss man hier jedoch zu gute halten, dass diese räumliche Trennung eine zu spät kommunizierte Maßnahme der Hochschule war. Der Grund waren Renovierungsarbeiten in dem Teil der Hochschule, die ursprünglich für die Messe zur Verfügung gestellt werden sollten. So mussten die Veranstalter die neuen Räumlichkeiten notdürftig ausschildern, was auch gut funktionierte. Der Synchroworkshop am Samstag war zumindest komplett voll.

Langeweile dürfte dank des reichhaltigen Programmangebotes nur für die wenigsten aufgekommen sein. So rockte etwa die K-Pop-Dance-Gruppe Choom-C die Bühne mit ihren großartig choreographierten Tanzeinlagen. Gegen Nachmittag füllten die zahlreichen Besucher wieder den Konzertsaal, um sich den auf Messen dieser Art schon traditionell gewordenen Cosplaywettbewerb anzusehen. Vielen dürfte hier besonders das eindrucksvolle Shinigami-Cosplay in Erinnerung geblieben sein, wobei auch ein genial verkörpertes L Lawliet-Cosplay hier zurecht den tosenden Beifall der Zuschauer einheimste.

Neben mehreren kleinen Künstler- und Merchandise-Ständen gab sich auch der Publisher peppermint anime die Ehre und brachte auf seinem Panel als Ehrengäste die Synchronsprecherinnen Katharina von Daake, Moira May und Nicole Hirse mit. Die sehr amüsant-doppeldeutigen Erzählungen im Panel könnt ihr euch hier noch einmal anschauen.

Während die bekannte Sängerin und YouTuberin AmaLee auf der Bühne noch ihre besten Cover verschiedener Animesongs zum besten gab, stellte sich Haruka in einem eigenen Q&A-Panel den Fragen ihrer Fans. Im großen Konzertsaal kamen im Anschluss alle Fans der Serie Free! auf ihre Kosten, denn dort zeigte man zum Abend noch den Animemovie High Speed! -Free! Starting Days-.

Am Sonntag startete dann auch schon der letzte Messetag, der jedoch noch einmal ein volles Programm bot. So begeisterte das Yume-Musical mit seiner Sailor Moon-Interpretation den mal wieder vollen Konzertsaal. Danach versuchten sich zahlreiche Besucher im mittlerweile berüchtigten Anime-Quiz des Anime Kultur Vereins. Wer nicht so auf Ratespiele stand und stattdessen lieber sich mit dem Sammeln von Anime-Figuren beschäftigte, der war in dem Panel von Figuya genau richtig. Dort stellte die Chefin Dr. Jessica Janus höchstpersönlich ihr Unternehmen vor und beantwortete ausführlich die Fragen der Anwesenden. Im anschließenden Fix your Figs-Workshop konnte man sich gleich zeigen lassen, was man machen kann, wenn die geliebte Figur erst einmal in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wie zu Beginn ließen die Veranstalter die Messe mit einem großen Konzert wieder ausklingen und konnten so den Konzertsaal noch ein letztes Mal komplett füllen.

Rückblickend kann die erste Anime Messe Berlin als ein voller Erfolg betrachtet werden. Eine komplett ausverkaufte Messe spricht da eine sehr deutliche Sprache. Mit ihrem Hauptaugenmerk auf den Konzerten hebt sie sich erfrischend von den bisherigen Conventions ab und dürfte auch so Personen ansprechen, die ansonsten weniger mit Anime-Conventions etwas anfangen können. Auch wenn man an einigen Stellen merkte, dass es das erste Mal für die Veranstalter war, solch ein großes Event zu organisieren, gab es nur wenig Anlass zur Kritik. Diese haben sich die Veranstalter zu Herzen genommen und bereits angekündigt, dass es auch eine Anime Messe Berlin 2017 geben wird. Sobald der Termin dafür feststeht, wird dieser zumindest bei mir groß im Kalender vermerkt werden.

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

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