Frankensteins Vermächtnis – The Empire of Corpses-Preview

Zum Abschluss seiner diesjährigen Kinotour bringt uns der Publisher Kazé den grandiosen SciFi-Fantasy-Epos des japanischen Kultautors Satoshi Itoh auf die große Leinwand. Wir durften bereits vorab einen Blick auf den bildgewaltigen Anime werfen und verraten euch, ob sich der Kinogang lohnt.

Mit The Empire of Corpses bringt uns Kazé den ersten Teil der Filmtrilogie von „Project Itoh“, dem cineastischen Vermächtnis des verstorbenen Science-Fiction-Autors Satoshi Itoh, als deutsche Synchronpremiere in die deutschen Kinos. Der Science-Ficiton-Anime wird am 29. November um 20 Uhr in über 100 Kinos in Deutschland und Österreich gezeigt werden.

Worum geht es?

In einem alternativen London des 19.Jahrhunderts können mittels neuer Technologie Leichen wieder zum Leben erweckt werden. Die wiederbelebten Toten werden als Frankensteins bezeichnet und als Arbeiter oder Soldaten eingesetzt. Der Medizinstudent John Watson, der später noch als Assistent von Sherlock Holmes zu unsterblichem Ruhm gelangen soll, nutzt diese Technik um seinen kürzlich verstorbenen Freund Friday aus dem Jenseits zurück zu holen. Kurz darauf wird er von der Regierung heimlich beauftragt, die Funktion der Frankensteins auf den Schlachtfeldern des Zweiten Anglo-Afghanischen Krieges zu untersuchen. Dabei stößt er auf die ursprüngliche Technik  des berühmten Dr. Frankensteins zur Leichenwiederbelebung- und auf dessen erste erschaffene Kreatur.

Die Handlung

Die Story von The Empire of Corpses ist durchweg spannend und geschickt inszeniert. Anfangs noch düster und geheimnisvoll nimmt die Handlung rasch Fahrt auf und eh man sich versieht, befindet man sich mit Watson und seinen Begleitern auf einer mörderischen Schnitzeljagd quer über die halbe Welt nach Frankensteins Vermächtnis. Geht vielen Filmen zum Ende hin die Luft aus, schafft es The Empire of Corpses durch geschickte Plot-Twists die Spannungskurve weiter anzuziehen und mit einem bildgewaltigen Finale aufzuwerten.

Die Charaktere

Neben seiner wendungsreichen Handlung gelangen die Charaktere des Films leider etwas in Abseits. Watson, der analytisch kühl und wenig sympathisch wirkt, wird im Laufe der Handlung in eine immer tiefere Sinneskriese gestürzt, die sein Verhältnis zu seinen ehemaligen Freund Friday auf eine schwere Probe stellt. Dieser wiederum, obwohl zum größten Teil stumm, schafft es eine Palette an Emotionen zu vermitteln, wie man sie von einem Untoten nicht unbedingt erwartet. Aber auch hier schafft es der Film leider nur schwer, dass sich bei dem Zuschauer so etwas wie Empathie regt. Lediglich die Figur der Lady Hadaly wirkt nachvollziehbar und damit interessant. Doch auch die restlichen Nebencharaktere wirken leider etwas zu blass.

Das Bild

Da es sich bei unserer Presseversion aber um einen Vorab-Screener handelte, entfällt eine Wertung für das Bild. Die Animationen und Hintergründe sind jedoch stimmig in Szene gesetzt und befinden sich auf einem ähnlich hohen Level wie etwa der Titel Guilty Crown. Nicht verwunderlich, verdankt der Film seinen markanten Look doch dem Charakterdesign des Künstlers redjuice, der vor allem durch seine Illustrationsarbeiten für die Band Supercell bekannt wurde.

Der Sound und die Synchronisation

Auch hier entfällt eine Wertung, da auf unserem Presse-Screener nur die japanische Originalspur mit deutschen Untertiteln verfügbar war. Die japanischen Sprecher machen ihre Arbeit allerdings tadellos und vertonen gekonnt und passend ihre jeweiligen Charaktere.


Info

The Empire of Corpses

Original Titel: 屍者の帝国
Regie: Ryoutarou Makihara
Musik: Yoshihiro Ike
Studio: Wit Studio
Deutscher Publisher: Kazé
Länge: 120 Minuten
Genre: Fantasy, Science-Fiction, Action, Drama
Sprache: Deutsch/Japanisch


Das Fazit

Mit The Empire of Corpses holt Kazé wirklich einen der besten Fantasy-Animes der letzten Jahre nach Deutschland. Die Handlung weiß durch ihre gekonnten Wendungen und dem interessanten Setting die Zuschauer zu fesseln. Die Charaktere wirken trotz ihres großen Potenzials leider etwas blass. Optisch spielt der Titel durchaus mit Titeln wie Guilty Crown oder The Garden of Sinners mit und ist selbst in den rasanten Action-Szenen ein Fest für die Augen. Jeder der bereits auf einen dieser Titel stand, oder sich für eine spannende und düstere Story rund um Untote und die Welt von Frankenstein und Sherlock Holmes interessiert, sei dieser Film nur wärmsten ans Herz gelegt.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Kazé und Themroc PR&Promotion für die Bereitstellung des Presse-Screeners, sowie die freundliche Korrespondenz.

Beitragsbilder: ©Project Itoh & Toh EnJoe / THE EMPIRE OF CORPSES

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

Paudshi

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