Anime-Review: Plastic Memories – Volume 1 | BD

Ende Februar brachte peppermint anime hierzulande die lokalisierte Version von Plastic Memories auf DVD und BluRay heraus. Grund genug für uns, den Titel mal unter die Lupe zu nehmen.

Bereits im Frühjahr 2015 lief Plastic Memories als Simulcast-Titel bei dem Münchener Publisher und überraschte die deutsche Anime-Community. Ende letzten Jahres wurde dann der Release auf DVD und BluRay angekündigt und seit dem 24. Februar ist das 1. Volume im Handel zu finden.

 Review-Plastic-Memories-Volume-1-BluRay
Original Titel: プラスティック・メモリーズ
Jahr: Japan, 2015
Genre: Drama, SciFi, Sclice of Life
Publisher: peppermint anime
Laufzeit: 150 Minuten
FSK: 12
Bildformat: 1920 x 1080p
Ton: PCM2.0
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Episoden 1 – 7

Worum geht es?

In einer fernen aber nicht zu weit entfernten Zukunft hat die Menschheit Androiden für alle Lebenslagen entwickelt. Diese sind mit menschlichen Emotionen ausgestattet und daher von normalen Menschen kaum zu unterscheiden. Nachdem Tsukasa durch die Aufnahmeprüfung für die Oberschule gerasselt ist, bekommt er dank seines Vaters einen Job bei der SAI Corporation, die eben diese Androiden – genannt Giftia – vertreibt. Seine undankbare Aufgabe: Giftias die kurz vor ihrem Ablaufdatum stehen zu entsorgen. Als Partnerin bekommt er die Androidin Isla zugeteilt, die ihr ganzes Leben nie mehr durfte, als ihren Kollegen Tee zu bringen.

Die Handlung

Plastic Memories beleuchtet die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Tsukasa und der Giftia Isla. Zu Beginn ist die Story noch wenig packend und erinnert eher an einen Slice-of-Life Titel, kann aber zum Ende der ersten Folge hin gut aufbauen und bringt einige Momente, die einen zum Nachdenken anregen. Gewürzt wird das Ganze immer wieder mit einer guten Prise Humor. Im weitteren Verlauf der Handlung rückt dann immer mehr der Drama-Part in den Vordergrund und zeigt besonders ab Episode 6, dass es sich bei Plastic Memories um einen doch tiefgründigeren Titel handelt, als man zunächst annehmen könnte.

Die Charaktere

Ähnlich wie die Story, wirken die meisten Charaktere zunächst sehr stereotypisch. Doch auch hier findet besonders bei den beiden Hauptcharakteren eine interessante Charakter-entwicklung im Laufe der Handlung statt. So wächst etwa Isla, die zunächst sehr schüchtern und passiv scheint, schnell über sich hinaus und auch Tsukasa macht eine deutliche Veränderung durch. Bei den Nebencharakten ist dies leider nicht immer zu beobachten und manche bleiben ihren Stereotyp treu.

Das Bild

An der BluRay-Version von Plastic Memories gibt es nichts zu meckern. Ein klares scharfes Bild mit guten Kontrasten und so gut wie keinen sichtbaren Flächenbildungen. Die Animation des Studios Doga Kobo sind für einen Titel aus dem Jahre 2015 angemessen, auch wenn das Charakterdesign nicht unbedingt innovativ ist.

© MAGES./Project PM

Der Sound und die Synchronisation

Für die BluRay entschied man sich bei peppermint anime wieder für ein unkomprimiertes PCM2 .0-Format, welches stehts gut und klar anzuhören ist. Neben der deutschen Tonspur liegt auch wieder die japanische Originalspur mit deutschen Untertiteln vor, welche auch stehts gut zu lesen sind. Bei der deutschen Synchro haben sich die Sprecher merkbar Mühe gegeben, insgesamt ist man bei peppermint anime-Titeln aber schon einiges besser gewohnt. So wurde leider wenige auf eine einheitliche Aussprache des Namen des Protagonisten Tsukasa geachtet und auch Islas deutsche Stimme ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Dina Kürten gibt hier schon eine recht gute Leistung ab, jedoch intoniert sie Isla etwas zu emotionslos, wodurch diese mehr wie ein Roboter wirkt, als wie ein Android mit menschlichen Emotionen.

Die Rollen und ihre Sprecher

Sprecher Rolle
Peter Lehn Constance
Annette Potempa Eru Miru
Dina Kürten Isla
Sabina Godec Kazuki Kuwanomi
Pirkko Cremer Michiru Kinushima
Matthias Keller Ren Kawarake
Gisa Bergmann Sherry
Dirk Hardegen Takao Yamanobe
Marco Sven Reinbold Tsukasa Mizugaki
Gilles Karolyi Yasutaka Hanada
Christina Puciata Zack
Tanja Esche Marcia
Sonngard Dressler Mari Iwai
Achim Barrenstein Mikijirou Tetsuguro
Kerstin Pfau Nina
Dagmar Bittner Riho
Robert Levin Shin’ya Godou
Marlon Gerbig Souta Wakanae

Die Extras

Die BluRay kommt in einem hübschen Digipack daher und besitzt als Extra noch den ersten Teil des Original Soundtracks, der mit seinen ruhigen und leicht melancholischen Klang sehr schön anzuhören ist.

Fazit

Plastic Memories ist ein Titel der zunächst etwas schwach anfängt, dann aber den Zuschauer in seinen Bann zieht. Story und Charaktere wirken zunächst recht stereotypisch, zeigen dann aber etwas später eine weitaus interessante Seite auf. Gerade in seinen emotionalen Momenten bringt der Titel einen das ein ums andere Mal zum Nachdenken. Wer auf SciFi, Drama und interessante Hauptcharaktere steht, sollte hier unbedingt zugreifen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei peppermint anime für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

Plastic Memories - Volume 1

41,99
Plastic Memories - Volume 1
8.2666666666667

Konzept

10/10

    Handlung

    9/10

      Charaktere

      8/10

        Animation

        9/10

          Sound

          6/10

            Extras

            9/10

              Positiv

              • interessante Hauptcharaktere
              • tolle Story
              • gute Animationen

              Negativ

              • platte Nebencharaktere
              • leichte Abstriche bei der Synchro

              Paudshi

              Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

              3 Gedanken zu „Anime-Review: Plastic Memories – Volume 1 | BD

              • 17. März 2017 um 20:11
                Permalink

                Tut mir leid Paudshi, aber dem Sound und dieser grottigen Synchro 8.1 Punkte zu geben, während die Synchro zu „Food Wars“ nur 7 Punkt bekommt, obwohl sie tausendmal besser klingt, ist echt uncool und absolut nicht nachvollziehbar…..
                Die Synchro zu „Plastic Memories“ ist handwerklich ein Artmutszeugnis, ist sie nicht nur verdammt asynchron, sondern auch noch durch die Bank weg mit viel zu alten Sprechern besetzt, bis auf 1-2 Ausnahmen. Das ist mit Abstand das Schlechteste was seit einiger Zeit auf den Markt gebracht wurde und du würdigst durch die ungleiche Bewertung die Synchro von „Food Wars“ unberechtigterweise herab.
                Kann nicht den Ernst sein??

                Antwort
                • 18. März 2017 um 20:47
                  Permalink

                  Hi Marc,
                  in der Tat hatte sich hier der Fehlerteufel eingeschlichen. Es sollten 6.1 Punkte sein. Die Verwirrung kann ich da nachvollziehen, da ich im schriftlichen Part zur Synchro ja durchaus auch kritisch stehe und das in der Punktebewertung sich nicht wirklich wiederspiegelte. Ich würde allerdings nicht so weit gehen, die Synchro zu Plastic Memories als ein komplettes Armutszeugnis zu bewerten. Da gibt es weitaus schlechtere Synchros. Und auch Food Wars hatte in meinen Augen ein paar kleine Defizite in Sachen Synchronisation, auch wenn hier die Sprecherauswahl vielleicht passender war. 😉

                  Antwort
                  • 20. März 2017 um 22:16
                    Permalink

                    6.1 Punkte sind nachwievor zu viel, wenn es nach mir ginge.
                    Wie gesagt, das Gesprochene ist selten bis nie synchron – schlecht, immerhin reden wir hier von einer Synchronisation – und die meisten Besetzungen sind grauenvoll, da in 90% der Fälle viel zu alt.
                    Was sind denn die kleinen Defizite bei „Food Wars“, deiner Meinung nach?
                    Für mich überwiegen die Defizite bei „Plastic Memories“ erheblich und es ist definitiv die schlechteste Veröffentlichung, die ich seit einer ganzen Weile gehört habe.
                    Logo gehts noch schlechter, aber sollte das der Maßstab sein?

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