Anime-Review: Copellion – Volume 1 | BD

Da Kazé dem 2015 erschienen Anime Coppelion ab August eine neue Gesamtausgabe schenken will (wir berichteten), haben wir uns mal den ersten Teil des Titels etwas näher angeschaut.

Coppelion-Cover-BluRay
Original Titel: コッペリオン
Jahr: Japan, 2013
Genre: Abenteuer
Publisher: Kazé
Laufzeit: 100 Minuten
FSK: 12
Bildformat: 1920 x 1080p
Ton: DTS-HD Master Audio 2.0
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Episoden 1 – 4

Am 30. Januar 2015 brachte Kazé mit Coppelion einen frappierend aktuellen Anime nach Deutschland, der vom Animationsstudio GoHands produziert wurde. In dem Titel wurde Japans Hauptstadt Tokiyo in naher Zukunft von einer nicht näher beschriebenen nuklearen Katastrophe verwüstet. Wie aktuell die Story war, zeigte sich bereits während der Produktion, als die Realtität in Form der Atomkatastrophe von Fukushima die Entwickler 2011 einholte. Die Arbeit an der Serie musste zu dieser Zeit eingestellt werden und konnte erst zwei Jahre später fortgesetzt werden. Im Oktober 2013 erfolgte dann die Ausstrahlung im japanischen Fehrnsehen.

Worum geht es?

Die Serie handelt von den drei Mädchen Ibara, Taeko und Aoi, die durch eine apokalyptische Zukunftsversion von Tokio ziehen. Nach einer großen nuklearen Katastrophe ist die ehemalige Hauptstadt des Landes verstrahlt und 90% aller Bewohner tot. Vom äußeren unterscheiden sich die drei Mädchen kaum von anderen Menschen, allerdings sind sie durch genetische Manipulationen komplett resistent gegenüber der radioaktiven Strahlung. Als sogenannte Coppelions gehören sie zu einer Spezialeinheit der japanischen Selbstverteidigungskräfte, deren Mission es ist, die letzten Überlebenden aus dem kontaminierten Katastrophengebiet zu bergen. Allerdings sind nicht alle Menschen, die sie auf ihrer Reise treffen, von der Idee „gerettet zu werden“ begeistert. So finden sich die drei Mädchen plötzlich in einem actionreichen Abenteuer wieder.

Die Handlung

Die Geschichte fängt zunächst sehr ruhig an in den ersten beiden Folgen. Hier sind es besonders das Setting und die Atmosphäre einer verfallenen Metropole, die langsam wieder von der Natur zurück erobert wird, welche begeistern können. Der Grundton ist zeitweise bedrückend und Gedanken an die Ereignisse von Fukushima drängen sich dem Zuschauer regelrecht auf. Ab der dritten Folge nimmt die Handlung dann auch langsam Fahrt auf, allerdings bleibt sie größtenteils auf einem eher ruhigeren Level.

Die Charaktere

Die packende Atmosphäre der Handlung und dem eindringlichen Setting stehen leider wenig beeindruckende Charaktere entgegen. Zwar ist die wiederkehrende Frage nach der eigenen Existenz und Herkunft ein Thema was durchaus funktionieren kann, schaffen es die drei Hauptcharaktere dies nicht so richtig rüber zu bringen. Gerade Aoi und Taeko wirken sehr eindimensional und in ihrer Handlungsweise leicht vorraussehbar. Ist Ibara zwar der taffe und mutige Anführer-Typ, bricht sie in manchen Szenen völlig atypsich in Tränen aus. Sicher ist das interessant, wenn man es nicht erwartet, aber geschieht dies an Stellen, die völlig unpassend sind. Und auch die Nebencharaktere schaffen es nicht wirklich einem im Gedächtnis zu bleiben.

Das Bild

Vor allem optisch kann der Titel zeigen, was er drauf hat. Die detaillierten Hintergründe zeigen ein überzeugendes post-apokalyptisches Tokyo, welches nach und nach von der Natur zurück erobert wird. Am auffälligsten dürften die starken Kontrastlinien der Charaktere sein, sodass diese teilweise wie vor den Hintergrund platziert wirken, was aber den visuellen Charme der Serie ausmacht. Das Bild der BluRay glänzt mit scharfen Konturen, kräftigen Farben und wunderschönen Effekten. Kleinere Bildartefakte sind selten und wenn überhaupt, nur bei genauem hinsehen zu erkennen. Das Bild kommt in einem zeitgemäßen 16:9 daher. Die Untertitel heben sich gut lesbar vom Hintergrund ab und haben ein nahezu perfektes Timing, sodass hier nichts auszusetzen ist.

©Tomonori Inoue・Kodansha/COPPELION Committee

Der Sound und die Synchronisation

Der Ton der BluRay kommt als DTS-HD Master Audio 2.0 daher und kann überzeugen. Für die etwas actionreicheren Szenen hätte ein 5.1-Format nicht geschadet, da diese aber nicht zu sehr überwiegen, ist diese Entscheidung zu vertreten.

Im japanischen Original hat man sich als Sprecher für die Hauptfiguren erfahrene Größen aus der Branche ins Boot geholt. Haruka Tomatsu, die man auch als Yūki Asuna aus Sword Art Online, oder Mari Maya aus Samurai Flamenco kennt, vertont Ibara. Aoi wird von Kana Hanazawa (Akane Tsunemori in Psycho Pass, Angelica in Gunslinger Girl – Il Teatrino) gesprochen, während Taeko von Satomi Akesaka (u.a. Esdeath in Akame ga Kill!) gesprochen wird.
Im deutschen werden die drei Mädchen von Birte Baumgardt, Winnie Brandes und Rieke Werner vertont. Im Gegensatz zu ihren japanischen Kollegen konnte das deutsche G&G-Tonstudio leider nicht die volle Leistung aus seinen Sprechern holen, die zeitweise jedoch schon überzeugen konnten.

Die Rollen und ihre Sprecher

Sprecher Rolle
Winnie Brandes Aoi Fukasaku
Peter Harting Gennai Ishikawa
Philipp Schepmann Gojirou Kajii
Karin Buchali Großmutter Ayame
Marco Sven Reinbold Haruto Kurosawa
Birte Baumgardt Ibara Naruse
Gabriele Wienand Ibuki Kajii
Louis Friedemann Thiele Ibuse
Julia von Tettenborn Kanon Ozu
Vittorio Alfieri No-Sense
Thomas Balou Martin Onihei Mishima
Rieke Werner Taeko Nomura
Hans Bayer Denjirou Shiba
Bernd Kuschmann Gaitou Shiro
Rolf Berg Hachirou Natsume
Momme Mommsen Heiji Tanizaki (1. Stimme)
Jochen Langner Heiji Tanizaki (2. Stimme)
Volker Wolf Kamata
Tom Jacobs Mitsuo Kawabata
Hans-Gerd Kilbinger Professor Edogawa
Milena Karas Shion Ozu
Andreas Meese Stealth Crew #1
Daniel Käser Stealth Crew #2
Markus Haase Tarou
Silke Haupt Yukiko Kawabata

(Quelle: synchronkartei.de)

Der Soundtrack der Serie hält sich gekonnt im Hintergrund und unterstreicht das Gesehene auf gekonnte Weise. Sowohl das Opening ANGEL, als auch das Ending Tōkumade wurden durch die Band angela beigesteuert. Während das Opening nicht so sehr meinen persönlichen Geschmack traf, ist es vor allem das Ending, welches mich sowohl vom Klang, als auch der visuellen Untermalung stark beeindruckte.

Die Extras

Als Extras findet man auf der BluRay nur einige Trailer von anderen Animes aus Hause Kazé. Neben der BluRay befindet sich in der Hülle dazu noch ein 24-seitiges Booklet, mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Folgen, Artworks und Hintergurndinfos.

Das Fazit

Coppelion besticht vor allem durch sein intensives und eindringliches Setting und einer genialen Optik. Ein passender Soundtrack rundet das ganze ab. Dagegen wirken die Charaktere leider viel zu uninteressant und hölzern, auch wenn die hintergründliche Frage nach dem Ursprung der eigenen Existenz einen durchaus interessanten Ansatz bietet. Insgesamt will der Titel mehr, als er letztendlich schafft, unterhalten tut er dafür aber auf alle Fälle. Fans von Serien wie Tokio Magnitude 8.0 oder Ghost in the Shell sollten hier mal ruhig einen Blick riskieren.

Beitragsbild: ©Tomonori Inoue・Kodansha/COPPELION Committee

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

Coppelion - Volume 1 | BD

15,97
Coppelion - Volume 1 | BD
8.1166666666667

Konzept

10/10

    Handlung

    8/10

      Charaktere

      6/10

        Animation

        10/10

          Sound

          8/10

            Extras

            7/10

              Positiv

              • geniale Optik
              • bestechendes Setting
              • passender Soundtrack

              Negativ

              • uninteressante Charaktere
              • flache Spannungskurve

              Paudshi

              Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

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