Con-Bericht: Anime Messe Berlin 2017

Letzte Woche stand die Bundeshauptstadt Berlin für drei Tage ganz im Zeichen der japanischen Popkultur. Auf der zum zweiten Mal stattfindenden Anime Messe Berlin trafen sich wieder zahlreiche Anime- und Manga-Fans und verliehen der Veranstaltung ihren bunten Stempel. Auch kitamani.de war wieder vor Ort, um euch einen Eindruck von Deutschlands jüngster Convention zu bringen.

Anime Messe Berlin 2017 Con-BerichtWie bereits im letzten Jahr stand für viele Fans der japanischen Popkultur ein großer Conventiontermin im Juni fest. Zum zweiten Mal in Folge öffnete die Anime Messe Berlin ihre Pforten, dieses Mal allerdings nicht im Atze Musiktheater, sondern in Ost-Berlins größtem Kino – dem KOSMOS. Dort trafen sich vom 23. – 25. Juni wieder zahlreiche Anime- und Mangafans. Die Convention ist ein Gemeinschaftsprojekt des Anime Kultur Verein und des bekannten Figurenherstellers Figuya, und stand wie bereits im letzten Jahr ganz im Zeichen von J-Rock und J-Pop.

Neben der neuen Location entschieden die Veranstalter sich dieses Mal dazu, den Konzertabend auf den Messesamstag zu verlegen, sodass mehr Besucher die Möglichkeit hatten an diesem teilzunehmen. Am erste Messeabend fand nach der obligatorischen feierlichen Eröffnung stattdessen eine stimmungsvolle J-Disco statt. Zusammen mit EXIT TUNES konnten die Veranstalter sich mehrere Vertreter der elektronischen Akiba-Club-Szene sichern (u.a. DJ Keitan, DJ Monico und DJ ChomP), die den Besuchern fetzige Beats bescherten.

Der zweite Messetag wurde von einem vollen und bunten Rahmenprogramm begleitet. So war für viele Besucher die Vorführung des Project Itoh-Films Harmony der erste Anlaufpunkt, der in Anwesenheit des Co-Regisseurs Michael Arisa (Tekkonkinkreet) von Kazé gezeigt wurde. Neben einer Einführung zum Film stand Arisa im Anschluss auch für ein Q&A, sowie einer Signierstunde zur Verfügung.

Danach folgte für viele wohlmöglich der Höhepunkt der gesammten Convention – das Vocaloid-Konzert von AHS. Wie bereits im letzten Jahr wurden die virtuellen Idole mittels modernster Technik auf die Konzertbühne projiziert und gaben ihre bekanntesten Songs zum Besten. Bunte Knicklichter brachten dabei wieder die stimmige Konzert-Atmosphäre, wie man sie aus Japan kennt. Auch wieder dabei war die Gesangsstimme des Vocaloids Yuzuki Yukari, die Sängerin Chihiro Ishiguro. Dank eines Crowdfunding-Projekts konnte sie die Hauptstadt bereits das zweite Mal von ihrer Performance überzeugen. Neu dabei war dieses Mal der Komponist Ehamic, der die meisten Songs für Ishiguro geschrieben hatte und mit ihr zusammen live auf der Bühne performte.

Neben den zahlreichen Bühnenshows gab es auch wieder einige Händler- und Publisherstände, die rege von den Messebesuchern aufgesucht wurden. So hatten sich direkt am Eingang der Figurenhändler Figuya, Kazé und der junge Publisher animoon positioniert, während sich Anime House und FilmConfect Anime etwas weiter im hinteren Bereich aufhielten und mit ihren aktuellen Programmhighlights aufwarteten.

Musikalisch weiter ging es mit DoraNeko, die ebenfalls zum zweiten Mal auf der Messe dabei war, während das J-Pop-Duo Yanakiku zum ersten Mal sein Stelldichein gab. Die Begründerinnen des Kimocos-Trends (eine Mischung aus Kimono und Cosplay) heizten den Besuchern mit ihrer bunten und engegievollen Art sichtbar ein und führten zu zahlreichen Standing-Ovations.

Weitaus rockiger ging es danach mit Haruka weiter. Die japanische Sängerin und Songwriterin gab wie bereits auf der ersten Anime Messe Berlin einen bunten Mix aus ihren bisherigen Werken zum Besten, wieder mit dabei ihr bekanntes Opening „Mune ni Kibō o“ des Anime Blue Dragon. Im Anschluss debütierten die vier Jungs der Rockband Magic of Life, die vielen bereits durch ihre Songs aus dem Anime „Joker Game“ kennen dürften.

Den Abschluss des zweiten Messetag bildete der AMV-Contest von Anime on Demand, welcher vom berühmten YouTuber Ninotaku moderiert wurde.

Am letzten Messetag meinte es das Wetter nicht wirklich besser als die Tage zuvor, weswegen sich die meisten Besucher auch im KOSMOS selbst aufhielten. Dieses bot in seinen Räumlichkeiten genug Platz für alle, allerdings wurde es abseits des großen Festsaals und den Händlerräumen schon mal etwas enger. Besonders im Umlauf un dem Foyer traten sich die Besucher dochmal gerne auf die Füße. Dies hielt jedoch nicht sonderlich viele davon ab, die Messe durch ihre stimmungsvollen Cosplays zu bereichern. Einen guten Eindruck davon könnt ihr hier finden.

Auch wenn sich nicht sonderlich viele an dem folgenden „Freestyle“-Cosplay-Wettbewerb am Sonntag-Mittag beteiligten, konnten die Teilnehmer die Zuschauer doch durch ihre teils humorvolle Show begeistern. Besonders die spontane Performance zweier sehr junger Cosplayer zusammen mit den Moderatoren brachte nocheinmal ein Schmunzeln in die Gesichter vieler Gäste. Für diejenigen, die am Samstag die Shows von Haruka und Chihiro Ishiguro verpasst hatten, boten beide Sängerinnen nocheinmal kurz vor Schluss der Messe ein weiteres Konzert.

Die zweite Anime Messe Berlin brachte neben einer neuen Location auch ein weitaus größeres Programm als im  Jahr davor und war damit rückblickend wieder ein großer Erfolg für die Veranstalter. Neben den Konzerten und Bühnenshows wurde dieses Mal auch ein größeres Augenmerk auf weitere Convention-„Klassiker“, wie einem Cosplay-Wettbewerb, Workshops und dem Anime-Kino gelegt. Mit ihren erfrischenden Konzept einer besonders musikalischen Convention schafften es die Veranstalter der Anime Messe Berlin auch dieses Mal wieder, an ihren Erfolg vom letzten Jahr anzuknüpfen, sodass wir gespannt auf die kommende Veranstaltung im nächsten Jahr sein dürfen.

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

Paudshi

Schon ein etwas älterer Hase unter den Anime- und Mangafans. Blogger und Student, Hobbykoch und -fotograph

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